20. August 2010
20 Uhr

stringendo-Konzert

Südpunkt Nürnberg
mit

The Whistlebinkies -
Scottish traditional music

Stefan Grasse Trio -
World music from Bavaria to Rio

Das Doppelkonzert
zum 25jährigen Jubiläum
der Städtepartnerschaft
Nürnberg-Glasgow

weitere Infos hier

 

14. Nürnberger Gitarrennacht

Samstag, 4. Juli 2009 | 20 Uhr | Katharinenruine Nürnberg

Schirmherrschaft: Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly

Programm
Diwan - Orient & Okzident im Dialog

Heinrich J. Hartl & Ensemble
Dialoge – Von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang, op. 153 (2008)

Stefan Grasse Quartett - Flamenco fusión
Stefan Grasse (Gitarre), Radek Szarek (Vibrafon), Tomasz Radomski (Bass), Axel Dinkelmeyer (Percussion)

Roman Bunka (Oud) & Luis Borda (Gitarre)

Scirocco - Oriental Journey
Seref Dalyanoglu (Oud, Saz, Gesang), Micha Loguntsov (Gitarre), Joe Warrlich (Bass), Rüdiger Maul (Percussion), Cengiz Durakov (Klarinette)

Pressespiegel

Harmonie ohne Grenzen
Unter dem Motto «Diwan» hat der nimmermüde Nürnberger Gitarrist Stefan Grasse seine 14. Gitarrennacht in der bestens besuchten Katharinenruine ganz dem Dialog zwischen Oud und Gitarre gewidmet.
Gleich im ersten Stück «Dialoge – von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang» des Nürnberger Komponisten und Pianisten Heinrich Hartl manifestiert sich die programmatische Vorgabe in einem formschönen, komplexen, aber nie überladenen Stück Musik, das schwerelos zwischen orientalischer Melodik, Jazz und meditativer Klangmalerei mäandert. So verschiedene Instrumente wie Klavier (Hartl), Oud (Abdel-Illah Hajim), Saz (Yusuf Colak), Gitarre (Grasse), Vibrafon (Radek Szarek), Bass (Tomasz Radomski) und Percussion (Axel Dinkelmeyer) harmonieren dabei prächtig und bestätigen: Kein Instrument ist an irgendwelche Stilistiken gebunden, Grenzen sind reine Kopfgeburten, mit denen sich wahre Musiker nicht aufhalten.
Im selben Sinne entdeckt anschließend das «Stefan Grasse Quartett» mit Szarek, Radomski und Dinkelmeyer verblüffende arabisch-andalusische Verbindungen und erfreut nicht nur mit virtuoser Spielfreude, sondern auch mit der Erkenntnis, dass selbst ein Vibraphon ein hervorragendes Flamenco-Instrument sein kann.
Da vermag es fast schon nicht mehr zu verwundern, wenn der zur Oud konvertierte «Embryo»-Gitarrist Roman Bunka und der argentinische Gitarrist Luis Borda lässig, konversationsfreudig und rhythmisch packend Tango, Milonga, Jazz und arabische Musik vermählen und mit einer feurigen Version von Astor Piazzollas «Libertango» brillieren: Zwei Musiker, eine große Seele.
Tief in die orientalische Mystik taucht nach der Pause der Oud- und Sazspieler Seref Dalyanoglu mit seiner Band «Scirocco» ein: Duftige Musik mit reicher Melodik, hüftkreisender Rhythmik, viel Atmosphäre und einer Klarinette, die ihre traurig-schöne Klage in einen nun schon stellenweise funkelnden Sternenhimmel erhebt.
Wer als erstes «1001 Nacht» sagt, hat verloren . . .

Peter Gruner, Nürnberger Nachrichten

So war die Nürnberger Gitarrennacht

Märchen aus Tausendundeiner Nacht versprach die 14. Gitarrennacht, die Stefan Grasse unter dem Titel «Diwan» ankündigte. Und mindestens ein wohlmeinender Dschinn muss seine schützende Hand über die Open-Air-Veranstaltung gelegt haben – er becircte die drohenden Regenwolken und ermöglichte eine lauschige Sommernacht. Auch sonst lieferte Stefan Grasse seiner treuen und zahlreichen Zuhörergemeinde viele weitere Beispiele für Verwandlungen: Die augenscheinlichste war hierbei die der Gitarre selbst, die sich an diesem Abend gegenüber dem Großaufgebot an türkischer Saz und arabischer Oud fast in eine Nebenrolle fügte.
Dass all diese Saiteninstrumente jedoch gleichwertige Partner sind, demonstrierte niemand so schön wie der Ex-Embryo-Gitarrist Roman Bunka gemeinsam mit dem Argentinier Luis Borda. Sie luden zu einem leichtgängigen Dialog zwischen Kurzhals-Laute und spanischer Gitarre ein, bei dem nicht nur bei Astor Piazzollas Libertango klangbrüderliches Einvernehmen bestand.
Stefan Grasse selbst ging mit seinem Quartett da eher in motivischen Gefilden auf Orientfahrt – und betrieb mit seinen Flamenco-Adaptionen und Originalkompositionen auch eine Spur geschichtlicher Aufklärung: War es nicht die arabische Welt, die in Andalusien ihre Spuren hinterließ? Kein Wunder also, dass sich nicht wenige Melodien des Flamenco wie eine Blaupause auch im türkischen Kulturraum wieder finden lassen – und umgekehrt. Ein kultureller Transfer über Räume, Grenzen und Jahrhunderte hinweg, der staunen lässt.
Mit solchen kulturellen Identitätsverschiebungen beschäftigte sich auch Heinrich Hartls Komposition «Dialoge – vom Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang». Nicht nur die verschiedenen Atmosphären des Tagesablaufs bekommen hier ihre spezifische Klangfarbe: Wie in einer Ouverture zum Verlauf kamen hier Saz und Oud zum ersten Mal ins anregende Gespräch.
Das letzte Wort des Konzertes hatte der Sänger und Instrumentalist Seref Dalyanoglu mit seiner Gruppe Scirocco. Ein warmer Südwind, der durch Impulse der Percussion vorangetrieben wurde und sich mit den Klangornamenten der Klarinette mischte: Der Zauber der orientalischen Nacht war endgültig in der Katharinenruine angekommen.

Peter Löw, Nürnberger Zeitung

In Kooperation mit der Tafelhalle Nürnberg und dem Festival st. katharina open air.
Gefördert vom Kulturreferat der Stadt Nürnberg, dem Bezirk Mittelfranken und der Werbeagentur Gillitzer.